Sonnenaufgang auf der Seekarspitze

Während eine gewaltige Sternschnuppe den Nachthimmel für ein paar Millisekunden erhellt, packe ich mein Fotoequipment für den folgenden Tag und bereite mich auf die Nachtruhe in meinem Van vor. Am Rande von Obertauern habe ich am Beginn des Wanderweges geparkt. Vier Stunden später läutet mein Wecker. Es ist 03:30 morgens. Nach gut 15 Minuten Morgenroutine beginne ich gemeinsam mit meiner Begleitung die Wanderung und passiere einen Wegweiser, der zwei Stunden 30 zum Gipfel anzeigt.

Dass diese Angaben in Österreich oft nur ein Richtwert sind, ist mir vollkommen klar. Dennoch nehmen wir die Strecke Richtung Seekarspitze recht zügig in Angriff. Eine Route, auf der man noch niemals wanderte bietet doch oft Tücken. Und so passierte es uns schon nach ca 30 Minuten dass wir die rot-weiß-roten Markierungen an einem kleinen See übersahen und abseits des Wanderweges unterwegs waren. Allerdings führte auch unsere Route wieder zurück an den Wanderweg, der alsbald danach die Schipiste querte. Dies nutzten wir als Abkürzung, da wir hier einfach den längeren, aber schnelleren Bogen der Piste nutzten um etwas Zeit zu gewinnen. Als wir schlussendlich weiter bergaufwärts wieder auf die Wanderroute trafen, die sich nun in unwegsameres Gelände begab, wussten wir bereits, dass wir wohl sehr gut in der Zeit liegen mussten, denn es waren nur noch knapp 200 Höhenmeter bis zum Gipfel und noch über eine Stunde Zeit bis Sonnenaufgang. So reduzierten wir die Geschwindigkeit etwas und ich nutzte immer wieder kleine Pausen, um die Lichtstimmung am sich erhellenden Hoziont einzufangen.

Schlussendlich betraten wir um 05:20 das Gipfelplateau und genossen die Aussicht bei vollkommener Windstille. Gemeinsam mit einigen lokalen Waderern warteten auf die ersten Sonnenstrahlen und überbrückten die Zeit mit ein paar Fotos und einem netten Pläuschchen. Die wenigen Quellwolken am Himmel boten ein perfektes Farbenspiel und waren in jeder Himmelsrichtung ein Fotomotiv.

Aber auch der Abstieg im morgendlichen Sonnenschein bot jede Menge Fotomotive, da die Wanderroute sehr abwechslungsreich verläuft. Es ist auch immer wieder beeindruckend, wenn man die Route, von der man beim Aufstieg aufgrund der Dunkelheit noch nicht viel geshen hat, das erste mal im Morgenlicht sieht. So hielt ich am Rückweg noch jede Menge Impressionen fest, um so die Fotoserie eines frühmorgendlichen Wandertages zu komplettieren. Die Fotos machte ich an diesem Tag übrigens mit meinem Tamron 15-30mm und dem Yongnuo 50mm, das auf Grund seines leichten Gewichts immer gut ins Gepäck passt.

Fazit: Die Wanderung auf die Seekarspitze (2.350m) nimmt ca. 3-4 Stunden in Anspruch (Hin und Retour), beinhaltet einen Aufstieg von ca. 600 Höhenmetern und ist wohl als “Familienwanderung” zu kategorisieren. Lediglich der letzte Anstieg vor dem Gipfel ist etwas anspruchsvoller.

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