Retro Objektiv Review: Helios 58mm f2

Ich freute mich schon lange darauf, endlich hatte ich wieder ein neues – also nicht neues, sondern ziemlich altes – M42 Retro Objektiv in den Händen, welches ich einem Review unterziehen konnte. Dieses mal handelte es sich nicht um irgendein Objektiv, sondern um einen Klassiker unter den Festbrennweiten, welches fast 40 Jahre lang in verschiedenen Ausführungen produziert wurde und für ein wunderschönes Bokeh bekannt ist. Die Rede ist vom Helios 44 , einer Linse mit einer Festbrennweite von 58mm und einer Lichtstärke von f 1:2. Mit den 8 Lamellen in der Blendenvorrichtung schafft es das Objektiv nahezu Kreisrunde Bildunschärfen im Hintergrund zu ermöglichen. Was dies genau bedeutet, erkennt man gut an Hand der Testbilder.

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Bokeh zu messen ist zwar wissenschaftlich nicht möglich, da die Messeinheit „Schönheit“ bekanntlich im Auge des Betrachters liegt, aber dennoch kann ich auf jeden Fall feststellen, dass die Hintergrundunschärfe sehr weich und symmetrisch wirkt. Dadurch ist es bei offener Blende sehr gut möglich das Objekt im Vordergrund abzuheben und so eine dynamische Bildtiefe zu erschaffen. Auch die Farbwiedergabe ist beim Helios 44 exzellent. Als knallharten Praxistest verwendeten wir das Objektiv an einer Sony Alpha 7ii (Bild unten) beim Fotoshooting mit Larissa, denn hier blieb nicht viel Zeit für Experimente, entweder das Objektiv liefert gute Bilder oder eben nicht.

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Die Linse enttäuschte mich nicht und ich konnte das ganze Shooting beinahe so durchziehen, wie ich es auch mit einem modernen teuren Autofokus Objektiv gemacht hätte. Natürlich benötigt man zum manuellen Fokussieren ein bisschen länger als mit dem Autofokus, aber Dank dem Focus Peaking auf der Sony Alpha 7ii ist das ganze eigentlich kein großes Problem. Beim Fokussieren zeigte sich auch die größte Schwäche des Helios 44, denn bei Gegenlicht und seitlichem Streiflicht war es trotz Feinjustierung oft nicht möglich den Fokus offenblendig zu erwischen. Dies kostete mich leider ein paar (wenige) Bilder, deren Schärfe einfach nicht ausreichend war. Ansonsten erledigte das 58mm Objektiv aber einen souveränen Job und lieferte top Bilder in Sachen Bilddynamik und Farbwiedergabe. Auch in Sachen Gewicht und Handling war es in Kombination mit der Sony Alpha wirklich passabel und lag gut in der Hand.

Die Bilder des Shootings lassen nur zu einem Gewissen Teil vermuten, dass es sich um eine alte Linse handelt, denn die Qualität überzeugt sichtlich. Abgesehen von ein paar Problemen beim Fokussieren konnte ich wirklich wenige Nachteile beim Helios 44 Objektiv feststellen und auch Larissa war begeistert, welch bezaubernden Bilder wir (tricky.pics Kollege Bernhard sorgte bei einigen Aufnahmen mit dem Reflektor für besseres Licht) mit diesem einfachen Setup zauberten.

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