Was kann die Fujifilm X-PRO 1 im Jahr 2020?

Fuji größer Canon? Sind Fujifilm Kameras wirklich der absolute Renner in Sachen Bildlook? Wie sehr macht der Sensor wirklich den Bildlook aus und kommen Kameras doch schneller in die Jahre, als gedacht? Diese Fragen versuche ich in diesem Review zu beantworten.

Auch wenn die letzten Winterwochen recht turbulent waren, blieb ich natürlich für den Blog nicht untätig und habe mir eine Fujifilm X-PRO 1 von meinem Fotografenkollegen Robert geborgt.

Ziel: Möglichst viel über die Kamera mit Baujahr 2010 und deren heutige Nutzbarkeit herauszufinden. Der erste Schritt hierfür ist, einen Blick auf die Spezifikationen zu werfen:

Auflösung: 16,3 Megapixel
Sensor Größe: 23,6 x 15,6mm
ISO Bereich: 200 – 6.400 (Extended 100 – 25.600)
Lens mount: FUJIFILM X-Mount
Verschlusszeiten: 1/4000 – 30 Sec
Auslösungen: 6 Auslöungen / Sec
Gewicht 400 Gramm

Ich hatte die Kamera mit zwei Objektiven im Einsatz, dem Meike 12mm f2.8 und dem Fujinon 35mm f1.4 . Genrell war zu sagen, dass ich mit dem Fujinon 35mm auf Anhieb super zurecht kam, da es ja auf Vollformat einer 50mm Brennweite entspricht, was derzeit meine Lieblingsbrennweite ist. Vom Bildlook war ich von Anfang an begeistert, besonders bei den Naturaufnahmen begeisterte mich der sanfte Bildlook und der tolle Dynamikbereich. Ich hatte die Kamera bei durchaus harten Bedingungen im Einsatz, denn beim Sonnenaufgangsshooting am Kreischberg hatte es doch knapp an die -10 Grad Celsius. Nichtsdestotrotz war die Haptik der Kamera sofort intuitiv. Dass für die wichtigsten Bedienelemente (Blende, Verschlusszeit, Belichtungskorrektur) Drehelemente vorhanden waren, erleichterte die Arbeit in der Kälte um ein Vielfaches und machten das Handling sehr angenehm.

Auch die Fotos mit dem Meike 12mm Weitwinkelobjektiv gelangen an diesem Tag wirklich gut. Der Nachteil einer Spiegellosen Kamera besteht natürlich immer beim Wechseln der Objektive unter extremen Bedingungen, was ich persönlich immer als Nachteil gegenüber Spiegelreflexkameras sehe. Dies war allerdings der einzige Nachteil, den ich an diesem Tag wirklich feststellte. Die Fotos der X-PRO 1 konnten im Post-Processing durchaus mit denen, der Canon EOS 5D Mark IV mithalten. Am Instagram Account des Kreischbergs wurde sogar eines meiner Fujifilm Fotos von diesem Tag veröffentlicht.

Der Zweite Einsatztest war für mich ein „klassisches Fotoshooting“. Ich machte Fotos für die neue Merchandise Kollektion der Old Runznickels, einer Punkband, deren Musik ich euch an dieser Stelle sehr ans Herz legen kann. Hier machte ich die Fotos ausschließlich mit dem 35mm f1.4 Objektiv und Naturlicht. Ein großes Manko, was ich hier feststellte war, dass die Belichtungskorrektur mich ab und zu total im Stich ließ, was immer wieder stark überbelichtete Fotos als Resultat brachte. Dies war aber auch das einzige Manko, das ich an diesem Tag feststellte. Der Autofokus war treffsicher und brachte knackscharfe Bilder. Nur beim Post-Processing kam ich hier nicht wirklich auf einen schönen Bildlook, was aber auch meinen Presets geschuldet sein kann, die ja auf Canon Sensoren zugeschnitten sind. Hier gilt es für mich vielleicht noch etwas genauer zu tüfteln.

Fazit:
Moderner Schnickschnack wie WiFi und Touschscreen fehlen bei der Kamera, die sich auf Grund des Alters eben auf das Wesentliche konzentriert. Und genau das machte mir beim Fotografieren sehr viel Spaß: eine puristische Kamera, die gute Ergebnisse liefert. Wer auf der Suche nach einer Kamera mit gutem Preis-Leistungsverhältnis ist, wird hier auf dem Gerauchtmarkt schnell fündig. Der Body ist bereits für ca. 300€ zu haben. Das Fujinon 35mm Objektiv wird für ca. 350€ gehandelt.

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